© LorraineBulls C. Vollmar

Vintage® English Bulldog Rassebeschreibung:

Gerade bei den Bulldoggen gibt es, was die Zuchtrichtungen oder auch Rassebezeichungen angeht, eine große und sehr unüberschaubare Auswahl, welche für einen Laien oder Interessenten zu großer Verunsicherung führen kann.

In der Vergangenheit wurden sehr viele unterschiedliche Rassen in die English Bulldog eingekreuzt, wodurch sich das Aussehen nicht nur stark verändert hat, sondern teilweise auch ein eher uneinheitliches Bild in Bezug auf Wesen, Typ, Farben usw. entwickelt hat.

Der Vintage® English Bulldog ist eine noch junge deutsche Bulldograsse. Vor ca. 15 Jahren wurde diese Hunderasse von Marga und Sylvia Thul gegründet. Die Gründertiere waren gesunde englische Bulldoggen (VDH und Dissidenz) und alternative Bulldoggen. Inzwischen hat die Rasse nach 15 Jahren planmäiger Zucht und mehreren Generationen den Rassehundestatus längst erreicht und es gibt eine kleine Population genetisch gesunder Bulldoggen, die viel vitaler und bewegungsfreudiger sind als englische Bulldoggen. Im Phänotyp eindeutig erkennbar als gesunder English Bulldog Typ mit langer Rute, geraderen Gliedmaßen und einem gemäßigteren Kopftyp.

 

Aussehen
Knapp mittelgroßer, kurzhaariger Hund mit breitem Kopf, kurzem und sehr breitem Fang, breiter Brust, starken Knochen und kräftiger Bemuskelung. Insgesamt harmonische Proportionen und Bewegungen. Ideales Gewicht für Rüden 24 bis 32kg, für Hündinnen 18 bis 27 kg (bis 30/29kg vorläufig toleriert). Angestrebte Schulterhöhe bei Rüden 40 bis 45 cm, bei Hündinnen 36 bis 43cm (bis 48/46cm vorläufig toleriert).

Wesen
Überaus menschenliebend, kinderfreundlich und extrem anhänglich. Er liebt es seine Zeit mit seinen Menschen zu verbringen. Die Bulldoge an sich kann durchaus von Sturheit oder Eigensinn vermitteln, im Gegenzug kann sie aber auch ein regelrechter Clown sein und durch ihre aufgeweckte Art für allerlei Abwechslung sorgen. So kann man eine Vintage® English Bulldog durchaus auch mit Obedience, Suchspielen, Apportierspielen und Tricktraining oder Dogdancing begeistern. Viele unserer Hunde haben die Begleithundeprüfung mit Bravour gemeistert und sind sogar als Therapie-, Besuchs- oder gar Rettungshunde aktiv.

Kopf
Eindrucksvoll, mit grimmigem Gesichtsausdruck. Der Umfang vor den Ohren gemessen entspricht in etwa der Schulterhöhe des Hundes.

Der Schädel ist breit, von vorn gesehen quadratisch durch ausgeprägte Wangenknochen und Bemuskelung.
Der Fang ist kurz und quadratisch, aber nicht extrem verkürzt. Der Nasenrücken muß noch deutlich vorhanden sein, die Nasenlänge beträgt ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Schädellänge. Der Nasenrücken kann ganz leicht aufgebogen sein; er bildet idealerweise einen rechten Winkel zum Ansatz der Stirn (von Stop bis zu den Augenbrauen).  Die Nase endet in einem deutlichen Stop, von dem aus eine Furche über die Stirn und den Scheitel nach oben zieht.
Der Kopf ist von lockerer, aber nicht zu dicker Haut bedeckt, die wenige, möglichst dünne und kleine Falten am Fang und auf der Stirn bildet.

Fehler:
Schädel wesentlich höher als breit. Extrem verkürzte Nase oder extrem lange Nase. Extrem tiefer oder nicht deutlich ausgeprägter Stop.

Fang
Der Fang ist sehr breit, würfelförmig; mit etwas aufgebogenem Unterkiefer. Der Vorbiß beträgt maximal 2,5 cm und läßt die Nase etwas zurückgesetzt erscheinen (layback). Die Lefzen sollen nicht zu lang sein, den Unterkiefer aber vollständig bedecken.

Gebiß
Vorbiß, maximal 2,5 cm. Untere Eckzähne weit auseinander stehend.  Sechs Incisivi unten zwischen den Eckzähnen, die nebeneinander in einer leicht gebogenen Linie stehen. Sechs Incisivi im Oberkiefer. Vollständiges Gebiß wird angestrebt. Das Fehlen der P1 gilt nicht als Fehler.

Disqualifikation: Schiefer Kiefer (wry mouth). Rückbiß, Scherengebiß.

Augen
Rund, Augenlider möglichst anliegend, idealerweise ist beim geradeaus blickenden Bulldog das Weiße des Augapfels nicht sichtbar.
Die Augen liegen in etwa auf der Höhe des Nasenschwamms und möglichst weit auseinander, ohne jedoch von vorn gesehen über den Umriß des Kopfes hinauszuragen.
Braune Augenfarbe.

Fehler: Ektropium, Entropium.

Nase
Große, runde Nasenlöcher. Nasenschwamm schwarz, mit deutlicher Mittelfurche.

Fehler:
Enge Nasenlöcher.

Ohren
Rosenohren bevorzugt, aber Knopfohr erlaubt. Die Ohren sind möglichst klein und die Haut dünn. Sie sind weit hinten und oben am Schädel angesetzt.

Fehler:
Stehohren

Hals
Kurz bis mittellang, kräftig, von lockerer Haut bedeckt; unten mit den beiden typischen Falten vom Unterkiefer zur Brust. Diese Wamme soll deutlich, aber nicht extrem entwickelt sein.

Brust
Breiter Brustkorb mit gut entwickelter Vorbrust. Die Breite der Brust wird von vorn gesehen noch betont durch die stark bemuskelten Schultern und Oberarme.

Vorderläufe
Die Schultern sind breit und gut bemuskelt. Die Vorderbeine stehen durch den breiten Brustkorb bedingt weit auseinander, die Ellbogen liegen jedoch gut an. Von vorn gesehen verläuft die Innenseite der Vorderbeine gerade, die Außenlinie sieht nur durch die Bemuskelung nach außen gebogen aus. Die Knochen sind stark; die Ellbogen befinden sich in Höhe der halben Schulterhöhe des Hundes. Leicht nach außen gedrehte Vorderpfoten sind tolerierbar.

Fehler: zu lange Vorderläufe mit Hasenpfoten; zu dünnknochige Vorderläufe.

Vorderpfoten
Katzenpfoten. Rund, fest, gut aufgeknöchelt; etwas größer als die Hinterpfoten. Die Vorderpfoten dürfen ganz leicht nach außen weisen.

Fehler:
Stark nach außen gedrehte Vorderpfoten.

Rücken
Kräftig, kurz bis mittellang. Breite, gut bemuskelte Schultern. Die Oberlinie weist eine leichte Erhöhung über den Lenden auf (roach back), von wo aus die Linie zum Rutenansatz wieder abfällt. Dies ist nicht zu verwechseln mit einem durchhängenden Rücken. Der gesamte Rücken ist muskulös, fest, die Taille gut sichtbar.

Hinterläufe
Können etwas länger sein als die Vorderläufe. Gute Bemuskelung und Winkelung.  Etwas weniger knochenstark als die Vorderläufe. Von hinten gesehen verlaufen die hinteren Mittelfußknochen parallel.

Fehler:
Kuhhessige Stellung der Hinterläufe. Fehlende oder nur schwach ausgeprägte Winkelung.

Hinterpfoten
Fest, gut aufgeknöchelt.

Rute
Rutenansatz tief, mit einer starken Rutenwurzel, von wo aus sie sich schnell bis  zur Spitze verjüngt. Die Rute ist mittellang und endet in Höhe der Sprunggelenke. Sie wird vom entspannt dastehenden Hund gerade oder pumpenschwengelartig nach unten getragen, wobei die Pumpenschwengelform bevorzugt ist.

Fehler: Korkenzieherrute; Knickrute; verkürzte Rute; lustig getragene Rute beim entspannt stehenden Hund.

Fell
Kurz, eng anliegend, glänzend, ohne Unterwolle.

Farben
Bevorzugt sind Hunde mit weißen Abzeichen oder Schecken in den folgenden Farben: Alle Schattierungen von Rot bis Falb, mit oder ohne Stromung, sowie glänzendes, reines Schwarz.  Einfarbig weiß, rot, falb oder gestromt; mit oder ohne schwarze Maske. Einfarbig schwarze Hunde sind unerwünscht.

Gangwerk

Das Gangwerk soll kraftvoll, federnd und gleichmäßig sein. Eine leicht rollende Bewegung ist nicht fehlerhaft. Im Trab bewegen sich die Vorder- und Hinterläufe sich in einer geraden Linie. Der Trab soll raumgreifend sein und von vorne und hinten und der Seite gesehen idealerweise eine gerade Vorwärtsbewegung zeigen. Eine leicht nach innen versetzte Bewegung der Hinterläufe ist bei Hunden mit breiter Brust nicht fehlerhaft.
Im Galopp kann der Körper des Hundes eine diagonale Stellung, bezogen auf seine Vorwärtsbewegung,  einnehmen.

Zuchtausschluß / Disqualifikationen:

Atemgeräusche beim entspannt stehenden oder leicht beanspruchten Hund.
Unangemessene Agressivität oder unangemessene Ängstlichkeit und Scheu.
Nicht abgestiegene Hoden beim Rüden.

Schiefer Kiefer (wry mouth)
Rückbiß
Andere als schwarze Nasenfarbe (in den Jugendklassen wird bei Tieren mit starkem Weißanteil eine noch nicht ganz ausgefärbtem Nasenspiegel geduldet).
Andere als dunkle Augenfarbe.
Andere als die oben genannten Fellfarben, insbesondere Brand (black-and-tan, Rottweilerfarbe), Braun resp. schokoladenfarben (b), Blau u. schiefergrau (d).

Rüden über 50 cm Schulterhöhe (Stand 2010).
Hündinnen über 48 cm Schulterhöhe (Stand 2010).

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